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Unsichtbar sein

Gestern Abend war... schön irgendwie. Nur er sah mal wieder durch mich hindurch. Alle anderen waren ihm wichtig. Allen anderen hörte er zu.

Ich konnte ihn zig mal rufen um seine Aufmerksamkeit auf mich zu lenken und selbst dann hörte er mir nicht zu. Er fragte Dinge nach, die ich ihm soeben erklärt hatte. Selbstverständlich ließ ich mir nichts anmerken, doch verletzte es mich sehr. Einmal mehr.

Es ist nicht seit gestern so und ich versuche ihm weitere Chancen zu geben. Denke mir jedes mal, dieses mal wird es anders. Aber das wird es nicht. Immer wieder verletzt er mich erneut und scheint es nicht einmal zu merken.

Ich könnte einfach gehn. Ja, ich könnte aufhören es zu versuchen, aber irgendwie hänge ich doch zu sehr an ihm und mittlerweile weiß ich nicht einmal mehr wieso.

Ich vermisse ihn. Ihn und die Abende an denen man zusammen im Kino war, geredet hat, oder einfach nur etwas im Fernsehn ansah. 

Warum muss alles so kompilziert sein? Warum muss seine Freundin ihn so für sich beanspruchen? Warum kann er nicht Teil meines und ihres Lebens sein? ... Immerhin ist und bleibt er doch mein Vater.

 

Seifenblasenbewohnerin am 29.11.09 02:27, kommentieren

Aber zu welchem Preis?

Es ist schon lustig.

Mir sagt er seit Wochen, er hat keine Zeit, hätte viel zu tun. Aber es tut schon weh irgendwie, wenn man dann erfährt, dass er mal wieder unangekündigt bei seinem Bruder war, diesen schon fast mit seiner Anwesenheit nervt.
Heute war er dann bei seiner Noch-Ehefrau, mit seiner Freundin und ihr Freund war auch da. Zum Kaffeetrinken.
Meine Mutter sagte mir, was er zum Abschied sagte. Sie solle mich schön von ihm grüßen.

Toll, was hab ich davon? Davon kann ich mir nen Keks kaufen. Diese paar Stunden heute, in denen er ihr auf die Nerven ging, hätte er auch mal mit mir verbringen können. Er weiß, dass ich allein zu Hause rum saß. Aber ruft er mal an? Nein.

Was hab ich eigentlich getan? Was hab ich gemacht, dass er mich jetzt auf einmal so links liegen lässt? Was mich am meisten stört, er scheint es nicht einmal zu merken. Oder merken zu wollen?

Hängt das alles mit ihr zusammen? Mittlerweile glaube ich, dass sie es einfach nicht will, dass er ein Teil in meinem Leben ist, aber das ist er.
Ich muss schließlich ja auch damit zurecht kommen, dass ich auf einmal sozusagen 3 neue Geschwister hab. Ich, jemand, der zweiundzwanzig Jahre lang glücklich als Einzelkind verbracht hat, in denen ich mir oft Geschwister gewünscht habe, bekommt diese nun einfach so vor die Nase gesetzt.

Aber zu welchem Preis?

1 Kommentar Seifenblasenbewohnerin am 8.11.09 01:26, kommentieren

Vergeben? Ja. Vergessen? Niemals.

Dieses Gefühl, wenn man mitbekommt, wie sich Menschen, Eltern verändern, um anderen zu gefallen. Was sie alles tun und aufgeben von dem, was sie einst liebten nur um diesem einen Menschen zu gefallen, ist einfach unglaublich. Und man steht daneben und kann nichts weiter tun, als es stumm mtianzusehen.

Vielleicht sollte ich kurz erwähnen, dass sich meine Eltern im letzten Jahr trennten, nachdem sie über 25 Jahre verheiratet waren und mehr als 30 Jahre zusammen waren. Für mich kam es urplötzlich und ich fiel wirklich aus allen Wolken. Ich weiß nicht, warum ich die Vorzeichen nicht gesehen habe, vielleicht wollte ich sie nicht sehen, vielleicht aber habe ich auch einfach zu viel geschlafen. Ich weiß es nicht.

Nun mittlerweile, seit ungefähr einem halben Jahr haben beide neue Partner. Und ich wohne noch bei meiner Mutter. Mein Vater wohnt nun zwei Stadtteile weiter von hier entfernt. Ja, ich bin ein Großstadt Mensch.
Mein Vater, mit dem ich damals viel Zeit verbracht habe, Abende bei denen wir einfach so im Wohnzimmer saßen und TV Serien oder Filme schauten. Es war nichts besonderes, aber für uns war es das. Einfach dieses Zusammensein.
Nun ist es so, dass ich ihn fast gar nicht mehr sehe und wenn, dan bezieht es sich meist auf ein fünf Minuten Gespräch in dem man über Belangloses spricht. Ich bin mir nicht sicher, denn ich kanns nicht beweisen, aber ich denke, es liegt an ihr, dass wir 'fast' keine Zeit mehr mit einander verbringen.

Es ist schade, denn er ruft mich nicht einmal an und mit dem Auto sind es keine zehn Minuten von seiner Wohnung zu unserem Haus. Ich habe ihm am Anfang hinterher telefoniert, aber warum soll ich das immer machen? Ist er nicht auch mal dran?.. Mittlerweile habe ich ihn seit zwei Monaten fast gar nicht mehr gesehen.
Ja, sie hat Ende des Monats Geburtstag und ich soll vorbei kommen. Aber mehr als wie ein total platonisches Treffen, zu dem ich nur eingeladen worden bin, weil sie ebenfalls ihre Familie dazu einlädt, wird das nicht werden.

Es tut weh ihn so zu sehen. Zu sehen, was aus ihm wird, denn nach alldem was passiert ist, ist er noch immer mein Vater.

Letztes Jahr hab ich meinen letzten wirklichen Urlaub mit ihm in Berlin verbracht. Es war schön. Berlin ist nicht allzu weit weg, aber wir hatten eine menge Spaß. Es war lustig und es war einfach etwas, was ich genossen habe und er genauso.
Dieses Jahr, wo wir mit ihr zusammen in Amsterdam waren, kann ich damit gar nicht vergleichen. Ich meine, ich liebe Amsterdam. Aber diese paar Tage dort waren einfach so anders. Aber das waren nicht mehr wir. Das waren einfach nur die beiden und ich.

Und ich merke, wie er sich immer mehr von mir entfernt und von den Sachen, die er einst zu tun liebte. Was sagte er gleich letztens, "ich werde das Motorrad verkaufen."
Motorrad? Mit dem Wort Motorrad meint er die Harley, die er sich vor ein paar Jahren gekauft hat. Die schon immer sein Traum war. Mit der er durch die Gegend fuhr. Auf der wir auch gemeinsam (meine Mutter fährt nicht so gern Motorrad, deswegen durfte ich öfters mit) sogar hin und wieder bei Regen durch die Gegend fuhren und trotzdem oder gerade deshalb unseren Spaß hatten.

Das waren wir. Das war er. Nun macht er Urlaube mit ihr, an Orten, wo ich weiß, dass er da nicht hin will. Geht auf Veranstaltungen, die ihn eigentlich überhaupt nicht interessieren. Kauft Sachen, die nicht ansatzweise seinem Geschmack entsprechen und er erzählt mir, er hätte kein Geld, obwohl er sich alle 2 Wochen eine neue Kaffeemaschine kauft und innerhalb von 2 Monaten die vierte Stereoanlange gekauft hatte.

Ich weiß nicht, wem er etwas vor machen will. Ob ihr, dem Rest oder sich selbst. Zumindest weiß ich, dass er es noch so versuchen kann, aber mir macht er nichts vor.

Und ja, ich kann ihn nicht los lassen, auch wenn ich sie für soviele Dinge hasse.
Ich habe mich ihr immer freundlich und loyal gegenüber Verhalten und sie nimmt ihn mir einfach weg. Das ist nicht fair, wirklich nicht.

Aber dennoch bleibt er mein Vater. Und irgendwo schleichen sich von Zeit zu Zeit Bilder aus glücklicheren Zeiten in mein Hirn...

Seifenblasenbewohnerin am 6.11.09 23:33, kommentieren